Lawinenzug in Aktion

Nicht nur wegen der großen Schneemengen hat der Lawinenzug der Feuerwehr Hungerburg eine ereignisreiche Zeit hinter sich.

Lawinensuchübung

 

Zum einen hatten wir wieder Gelegenheit, an zwei theoretischen Einsatzschulungen auf der Hauptfeuerwache teilzunehmen. Am 11.01.2012 referierte Brandirektorstv. Martin Gegenhuber über Lawinen im Allgemeinen, die Lawinenwarnstufen und Gefahreneinschätzungsmethoden und deren Zusammenhang mit der Entscheidung über das weitere Vorgehen bei einem Lawinensucheinsatz. 

 TheorieAm 25.01.2012 wurden uns von Patrick Nairz, stv. Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, der Lawinenlagebericht mit all seinen vielseitigen Funktionen und weitere Mittel zur Beurteilung der Lawinengefahr nähergebracht. Wie gewohnt, wartete Patrick Nairz mit vielen detailierten und anschaulichen Beispielen auf, die dieser Veranstaltung, die zusammen mit der Bergrettung besucht wurde, noch mehr an Informationsgehalt und Praxisnähe gaben.

Natürlich blieb es nicht nur bei der Theorie. Am 10.02.2012 fand im Bereich der Nordkette eine Lawineneinsatzübung zusammen mit der Bergrettung statt. Um ca. 15:15 wurde über die Leitstelle Tirol Übungsalarm ausgegeben. Sofort rückten Feuerwehr, Bergrettung und Lawinenhundeführer zum Sammelraum in der Talstation der Nordkettenbahn ab. Näheren Informationen der Einsatzleitung zufolge, kam es im Bereich „Langes Tal“ zu einem „Lawinenabgang“, bei dem laut Augenzeugen 5 Personen verschüttet wurden.

Am "Unglücksort" eingetroffen, wurde sofort eine LVS- und Hundesuche eingeleitet mit deren Hilfe drei PersonLeuchtballonsen (darunter ein Lebenddarsteller der FF Hötting) geortet und in Folge ausgegraben werden konnten. Da noch zwei weitere Personen vermisst wurden, bildeten die Einsatzkräfte Sondierketten, die den „Lawinenkegel“ weiter absuchten. Zu kämpfen hatten alle Beteiligten nicht nur mit den immensen Schneemassen sondern auch mit der Kälte, dem Wind und der hereinbrechenden Dunkelheit. Zumindest der Dunkelheit konnte man sich mit Hilfe von Leuchtballons der Feuerwehr Innsbruck erwehren. Schlussendlich konnten auch die restlichen zwei „Verschütteten“ gefunden werden und es folgte ein Besprechung und Reflexion der Übung, bei der die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Einsatzorganisationen betont wurde. Auch Verbesserungspotential wurde erkannt und besprochen. 

Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren dieser Veranstaltungen! Solche Schulungen und Übungen sind sehr wichtig und sorgen dafür, dass Einsätze, wie zum Beispiel am Silvestertag auf der Nordkette, immer besser ablaufen.

Der Lawinenzug der Feuerwehr Hungerburg besteht aus 9 Leuten und bildet mit den Lawinenzügen der anderen freiwilligen Einheiten und der Berufsfeuerwehr den Lawinenzug der Feuerwehr Innsbruck. Alle Übungen und Schulungen diesbezüglich werden gemeinsam besucht.

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